| Absztrakt | "Ich bin der festen Überzeugung, daß Homosexuelle nicht als kranke Personen behandelt werden sollten. . . Würde uns das sonst nicht zwingen, viele große Denker und Gelehrte als krank zu charakterisieren die wir aufs höchste wegen ihrer geistigen Fähigkeiten bewundern? Homosexuelle sind nicht krank." (Sigmund Freud)
Schwul sein ist das erste Buch, das zeigt, daß die Entwicklung zum Homosexuellen ein anderer, aber kein anomaler Weg der Entwicklung männlicher Geschlechtsidentität ist. »Gemessen an den herrschenden Auffassungen zum Thema der männlichen Homosexualität innerhalb der Psychoanalytikerzunft hat Richard A. Isay einen gelungenen Tabubruch begangen«, schreibt »Psychologie heute«. In 20jähriger psychoanalytischer Praxis mit Homosexuellen ist Isay zu der Überzeugung gekommen, daß Homosexualität weder eine psychische Krankheit noch abartiges Verhalten ist. Isay, Arzt und Psychoanalytiker, räumt mit einem Wust von Mythen über homosexuelles Verhalten und dessen Entstehung auf und geht davon aus, daß es einen natürlichen Entwicklungsweg gibt, dem Homosexuelle folgen und der ebenso wie bei den Heterosexuellen mit vorhersehbaren Krisen und Hindernissen befrachtet ist. Die wesentlichen Hindernisse, die dauerhaften schwulen Beziehungen entgegenstehen, analysiert Isay in der Ablehnung durch den Vater und die Verinnerlichung des extremen Schwulenhasses der westlichen Gesellschaft. Das Buch bietet Therapeuten eine konkrete Orientierungshilfe für ihre Arbeit mit homosexuellen Patienten und homosexuellen Männern eine einfühlsame Darstellung der Persönlichkeitsentwicklung.
Richard A. Isay, geboren 1939 in Pittsburgh/ Pennsylvania, Dr. med., Professor für Psychiatrie am Cornell Medical College, gehört dem Columbia Center for Psychoanalytic Training and Research
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